Dienstag, 8. September 2015

Ein kleiner Brief im Namen der Singlefrauen

Liebe Arschl… Liebe Darm-Endstück-mit-Öffnung-Menschen-männlichen-Geschlechts da draußen,

wir Singlefrauen freuen uns immer sehr, wenn ihr uns ein kleines Stück eurer (meist mit anderen geteilten oder allgemein halbgesäßigen) Aufmerksamkeit beglückt. Auch jetzt gerade, wenn ihr das lest. Wir möchten euch im Rahmen dieses Postings darauf aufmerksam machen, dass uns euer Betragen gehörig auf die Nerven geht. Da wir aber halbwegs klug und vor allem voll nett sind, haben wir uns die Mühe gemacht, eure signifikantesten Verhaltensmerkmale einmal kritisch zu beleuchten, im Ansatz zu analysieren, zusammenzutragen und euch zeitgleich mit einigen Optimierungsvorschlägen und Handlungsempfehlungen zu beschenken. Und eine hoffentlich breite Leserschaft zu amüsieren.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und weisen auf den subtil sarkastischen Subtext der Ausführungen hin. Dieser Text sollte daher nicht von humorbefreiten Individuen gelesen werden.

Wir wissen, dass eure anfänglich inflationäre Aufmerksamkeitsüberschüttung für gewöhnlich nur ein paar Wochen anhält - bis ihr habt, was ihr wolltet (na was wohl, richtig, ein hübsches Selfie von uns – siehe weiter unten), ihr euch beginnt zu langweilen oder euch die blöde Warterei zu doof wird. Kein Wunder, wenn man so ein toller Checker ist und so viele Eisen wie möglich im Feuer hat, um die für sich optimale Frauennutzung zu erreichen, ist man(n) nicht auf die einzelne angewiesen. Sie ist ersetzbar, wie jede andere auch. Wie rücksichtsvoll ihr seid, eure ganzen Bedürfnisse aufzuteilen und nicht auf eine einzige zu komprimieren.

Natürlich wollt ihr aufgrund dessen auch keine Persistenz in Sachen Aufmerksamkeit an den Tag legen, welche im Übrigen durch die bereits angesprochene Komprimierung auf eine Frau durchaus leicht von der Hand gehen würde und obendrauf von Erfolg gekrönt sein könnte. Aber Erfolg bedeutet ja so viele wie möglich „klar machen“ und nicht nur „die eine“ – stimmt ja, wir bitten vielmals um Verzeihung für diese Anmaßung.

Ihr bezeichnet uns im Rahmen eurer Aufmerksamkeitsinflation häufig als heiß, scharf, schön, toll, unseren Hintern als nice, wohlgeformt und sexy und was auch immer euch so an uns gefällt. Rein äußerlich, versteht sich. Große Klasse, wenn es auch von eingeschränkter Kreativität zeugt. Aber gut, wir sind schließlich alle, nur weil wir Single sind, der Validierung bedürftig, durch genau diese Form der Aufmerksamkeit und sind jedem, der uns diese zukommen lässt, zu tiefstem Dank verpflichtet. Nicht. Fakt ist, wir nehmen es zur Kenntnis, belächeln es innerlich, und vergessen es. Der kreative, ehrliche Mann von Welt hat da womöglich bessere Chancen im Gedächtnis zu bleiben als ihr, auch wenn ihr ihn fälschlicher Weise als Langweiler tituliert.

Und wo wir gerade schon beim Stichwort Ehrlichkeit sind: Lügt uns bitte nicht ständig an und hört auf mit euren Ausreden. Wir wissen, wenn ihr lügt, lassen es uns aber nicht anmerken. Deswegen unterschätzt ihr uns schnell und denkt ihr könntet alles mit uns veranstalten. Weit gefehlt. Das werdet ihr spätestens dann merken, wenn vermeintlich grundlos keine Antwort mehr kommt oder wir eure Anrufe nicht mehr entgegen nehmen. Nunja, ihr ruft uns ja eh nicht an, weil über WhatsApp schreiben so viel anonymer, ergo für euch angenehmer, ist als ein persönliches Gespräch. Außerdem gibt es ja noch so viele andere da draußen. Wisch links, wisch rechts. Match! Geht doch.

Zum Thema WhatsApp: Wenn ihr uns fragt, ob wir euch ein Foto von uns schicken, kommt bei uns unweigerlich die Frage auf, was ihr damit bezwecken wollt. Kommt ihr sonst durcheinander mit all euren „Errungenschaften“, denen ihr eure geteilte Aufmerksamkeit zukommen lasst? Wollt ihr euch vor euren Kumpels profilieren? Allgemein verbreitet ihr bei uns damit nichts anderes als den Eindruck euer Ego mit einer Frauen-Briefmarkensammlung pushen zu wollen, ohne sich mit uns treffen zu müssen und uns persönlich zu sehen. So eine Zeitverschwendung aber auch! Zudem kann man uns ja dann auch direkt eines der Komplimente (s.o.) schicken, damit wir uns so richtig sexy fühlen. Sich zu treffen ist ohnehin viel zu aufwendig (wenn, dann privat zum „DVD Schauen“), anstrengend und wenn die Aussicht auf Beischlaf ohnehin gering ist, nicht erstrebenswert. Schlimmsten Falls könnte man sich noch ernsthaft für eine der vielen Optionen näher interessieren. Was sollen dann bitte die ganzen tollen anderen Frauen von euch denken? Geht gar nicht, stimmt schon.

Apropos Fotos verschicken. Wir wollen übrigens keine „Selfies“ eures besten Stücks. Ernsthaft, was soll das? Hat das irgendeine Frau jemals anziehend gefunden? Wir bezweifeln es stark. Wenn ihr Pech habt, landet euer bestes Stück inmitten einer abendlichen, illustren, semi-alkoholisierten Sektrunde von Frauen, für die ihr nun vollends gestorben und die Lachnummer des Abends (der Woche, des Monats oder des Jahres) seid. Was allerdings positiv anzumerken ist: wir Frauen lieben es, wenn man uns zum Lachen bringt. Trotzdem will euch aus besagter Frauenrunde spätestens jetzt genau keine mehr. Am besten schnell wieder Tinder anwerfen, wir haben gehört, das soll helfen.

Zu guter Letzt gilt noch festzuhalten, dass ihr ja, trotz allem zuvor Gesagtem, natürlich keine Frau wollt, die gleich mit euch ins Bett steigt. Aber mit einer Frau gleich ins Bett zu steigen ist vollkommen ok. Wer findet die Logik? Vermutlich befindet sie sich dort, wohin ihr verschwindet und nie wieder gesehen werdet, nachdem eurem Beischlafersuchen im Zustand geistiger Umnachtung stattgegeben wurde. Ganz heißer Tipp: Wenn ihr eine Frau als weniger „wertig“ oder „würdig“ betrachtet, nachdem ihr sie angefasst habt, solltet ihr vielleicht erstmal eure eigenen Pfoten anschauen und das antiquierte, sowie zu eurem Gunsten ausgelegte Rollenverständnis in eurem Kopf noch einmal kritisch hinterfragen.

An dieser Stelle bedanken wir uns nun für das kleine bisschen eurer Aufmerksamkeit und wollen, bevor es Kritik hagelt, selbstkritisch noch einmal die folgenden Punkte reflektieren.

1.       Es handelt sich zwar hier ausdrücklich um Darm-Endstück-mit-Öffnung-Menschen-männlichen-Geschlechts, es gibt diese aber auch in der weiblichen Variante. Wir entschuldigen uns hiermit im Namen aller Frauen für jegliches durch diese Geschöpfe verursachte Leid.
2.       Hier soll nicht pauschal die gesamte männliche Weltpopulation diskreditiert werden. Aber zumindest ein Stück weit der Anteil, dem die Begrüßung eingangs des Textes explizit gilt. Weil, mal ehrlich, lustig kann man sich darüber schon machen, oder?
3.       Dieser Text basiert auf realen Ereignissen und wurde zusammengetragen von diversen Singlefrauen, die nicht etwa verbitterte, sexuell frustrierte, semi-attraktive Männerhasserinnen sind, sondern ganz normale Frauen, die gelernt haben, all ihre suboptimalen Dates der Vergangenheit mit Humor zu sehen. Er soll andere Singlefrauen vor traumatisierenden Schäden bewahren und dient der alleinigen Unterhaltung der Leserinnen und Leser.

In diesem Sinne: Männlein und Weiblein, habt keine Angst voreinander.

Liebt euch und seid gut zu einander!

Samstag, 16. Mai 2015

Kleidchen für's Laptop

Als Studentin ist mein Ultrabook mein ständiger Begleiter auf dem Weg zu Vorlesungen, Seminaren oder Recherchen in der Bib. Ganz zu schweigen, wenn mal wieder eine Haus- oder Abschlussarbeit ansteht oder wenn ich auf Reisen bin. Bisher bin ich dabei immer ziemlich lieblos mit meinem Begleiter umgegangen: Tasche auf, Laptop rein - ab zur Uni oder in den Flieger. Die meisten Rucksäcke sind ja heutzutage ohnehin auf den Transport von elektronischen Helferchen ausgerichtet.
Es war also an der Zeit, das noch vor Beendigung meines Studiums zu ändern. Wie praktisch, dass Estarer, die mittlerweie zu meinem Rucksack-Dealer des Vertrauens avanciert sind, nun auch Laptop- und Festplattentaschen im Sortiment haben (wenn man schon dabei ist, mal ordentlicher zu werden, dann auch richtig!). Und weil ich echt positiv überrascht war, möchte ich euch nun hier darüber kurz berichten.

Die Laptoptasche aus Neopren gibt es nicht nur in 2 verschiedenen Größen, sondern auch mit verschiedenen Mustern. Das stylische Aztekenmuster hat mich gleich angesprochen. Die Innenseite ist durch ein velourartiges, weiches Material angenehm ausgestattet - euer Laptop ist also geschützt und man möchte die schicke Hülle am liebsten als Clutch herumtragen :)
Die Festplattentasche habe ich gleich dazu bestellt, weil sie mir ebenfalls als praktisch und sinnvoll erschien. Sie ist in 2 Teile eingeteilt, sodass Kabel, USB-Sticks und externe Festplatte (durch kleine Einschubtaschen) bequem Platz haben und prima transportiert werden können. Zusätzlich wird der Inhalt durch die Hartschalen gut geschützt. 
Es kann also wieder fleißig in die Uni gegangen und verreist werden, ohne Blessuren oder Verluste - wunderbar :)






Montag, 20. April 2015

Bald geht's wieder los...

Hallo meine Lieben!
Bald geht's wieder los, ich habe richtig Lust aus dem Uni-Loch zu kriechen und euch mit Texten und Bildern, Gedankengut und Augenschmäusern zu erfreuen. Auf meiner offiziellen Facebook-Seite  und Instagram bekommt ihr ja derzeit immer wieder kleine Updates.Aber ich tippe und knipse bereits eifrig. Ich werde allerdings, wie vor einigen Monaten angekündigt, weniger, bis gar keine Looks mehr posten. Aber sicher jede Menge anderes - seid gespannt!
 
Einen kleinen Vorgeschmack gibt es hier aus dem schönen Bonn, auch wenn es doch ein kleiner Outfitpost geworden ist ;) Ich war mit einem meiner Herzmädchen am Wochenende in Bonn unterwegs, Karl Lagerfeld's Ausstellung "Modemethode" besuchen, uns an der "Kirschblütenallee" erfreuen und  einfach eine gute Zeit haben. Meinen farblich zu den Kirschblüten passenden neuen Rucksack von Estarer habe ich zu diesem Anlass gleich mal Probe getragen :)
Wie ihr aus
diesem Post wisst, bin ich den praktischen Vintagetaschen verfallen und zum echten Rucksack-Suchtie mutiert ;) dieses rosa Schmuckstück war ein kleines Pre-Birthday-Geschenk, am kommenden Sonntag ist es wieder einmal so weit...
 
 Jeans & Shirt: H&M - Jacke: Esprit - Cam: Fuji - Rucksack: Estarer

Mittwoch, 7. Januar 2015

Ja-Sager

Der erste Post im neuen Jahr (frohes Neues, ihr Lieben!) handelt nicht etwa von Ja-Sagern im Allgemeinen, sondern von denen, die "Ja" zu einander sagen...
Ich gebe offen zu, ich selbst hab mir nie wirklich etwas daraus gemacht, ob ich nun mit einem Ring am Finger und einem Altargeschenk zu Hause ende oder nicht. "Das kommt schon alles, wenn du den Richtigen findest", so die allgemeine Meinung im meinem Umfeld. Vielleicht mögen sie damit Recht haben, wir werden sehen.
Wie dem auch sei, mit mittlerweile Ende 20 befinde ich mich in einem Alter, in dem einige meiner Freunde der Auffassung sind, den oder die Richtige/n gefunden zu haben - und heiraten und vermehren sich fröhlich. Und ich freue mich für sie. Wirklich. Freundinnen versuchen mich regelrecht mit ihrem Verlobungsring- und Brautkleidfieber anzustecken - ob der Antrag nun schon gemacht wurde oder rein präventiv, im gemeinsamen Reinsteigern finden wir gemeinsam die schönste Freude.
So ist es auch kein Wunder, dass ich irgendwann inmitten dieses passiven Wahns über diverse Hochzeitsbilder gestolpert bin. Über die vom wohl coolsten Hochzeitspaar ever - Ainsley und Sebastien, um genau zu sein. Fotografin Janneke Storm, die übrigens auch sonst extrem geile Bilder macht, hat die beiden so hammermäßig in Szene gesetzt, dass ich am liebsten sofort losrennen und laut "JA"  sagen bzw. rufen möchte. Aber wenn, dann nur im Pailettenkleid mit rosa Haaren ;) Daher fällt mein JA in diesem Fall als "FUCK YES!" aus!
Auf Janneke's Homepage als auch auf Rocknrollbride.com findet ihr die volle Serie zur schrägen, aber wohl coolsten Hochzeit, die ich je gesehen habe. Ich wünsche den beiden von Herzen alles Gute!
Und Mädels, mal ehrlich, dieses Kleid........ <3
 



 

Sonntag, 14. Dezember 2014

Ein paar Worte zum Jahresende

Huch, wo ist eigentlich das Jahr geblieben? Ihr habt euch sicher auch gefragt, wo ich denn eigentlich geblieben bin, zumindest wenn ihr mich nicht unbedingt auf Instagram oder Facebook stalked. Es ist ruhig um mich geworden zum Jahresende, es ist viel passiert und doch irgendwie nichts – Fakt ist: manchmal brauchen wir einfach ein Timeout um uns selbst den Kopf wieder zurechtrücken zu können.
Nun sitz ich hier an einem Sonntagabend, voll gefressen mit gefühlten drei Dutzend Weihnachtsplätzchen (ein Hoch auf den No-Shape December!) auf der kleinen stegartigen Brücke in meiner Wohnung und dacht mir „schreib doch nochmal was auf deinen Blog“. So fand ich, es sei eine prima Idee, euch mal eine kleine Review des Jahres, als auch eine kleine To-Do- bzw. Wanted-List in Previewform für 2015 zu geben.
 
Das war 2014…
… In diesem Jahr habe ich mich zum ersten Mal mehr oder minder intensiv am Mode-Blogging und dem Job als Stylistin versucht. Völlig neue und interessante Erfahrungen für mich, obschon ich ja bereits seit ein paar in der Branche herumturne. Die ganzen Events und Co waren cool, die Leute die man dort traf und mit denen man mal ein paar Worte sprach, die neuen Kontakte, die sich ergeben haben… Relativ viel hab ich für meine Verhältnisse auch gebloggt dieses Jahr…
… Byebye Bachelor, hallo Master. Du alte Kackmistscheiße. Aber wer was werden will, machts halt. Muss es machen. Wie auch immer. Ich bin äußerst glücklich, wenn das Mastertyrium auch vorbei ist.
… Dieses Jahr habe ich, bedingt durch die zuvor unter dem Stichwort „Kackmistscheiße“ erwähnten Tatsache, nur einen neuen Ort bereist. Was eigentlich mein persönliches Vorhaben, jedes Jahr einen neuen Ort zu bereisen, eigentlich voll im Soll erfüllt. New York City war das Ziel, wo ich auf meiner Reise nach LA gestoppt bin für ein paar Tage.
… Die Fotografie habe ich irgendwie mal wieder vernachlässigt. Zu viel zu tun, was vermeintlich wichtiger ist. Bullshit eigentlich.
… Tolle, interessante, durchgeknallte, kreative, liebe Menschen getroffen und natürlich viele davon schon im Leben gehabt. Noch mehr Idioten und Arschkrampen angetroffen, aber Dank diesen schätzt man erstgenannte Begegnungen umso mehr. Ich möchte fast behaupten, weder auf das eine noch das andere verzichtet haben zu wollen. Aber nur fast.
 
Das wird 2015…
… So sehr mir das Stylen anderer, sowie das Shoppen und präsentieren von Klamotten Spaß macht: 2015 ist Schluss damit. Mein Ernst. Einige denken jetzt „was geht mit ihr ab?“. Ganz einfach: Das Ganze beruht auf demselben Prinzip, wie sich mit etwas voll Leckerem masslos zu überfressen und dann erstmal einen großen Bogen darum zu machen. Daher gilt im neuen Jahr: wieder viel bloggen, auf Deutsch, aber wahrscheinlich mehr Foto- und Kreativblabla und natürlich Reisen. Mal sehen, was sich ergibt.
… Den Master genauso geisteskrank und trotz unzähligen Praktika und Auslandsaufenthalten in Regelstudienzeit durchprügeln? Hell no. 2015 wird das erste Mal seit 4 Jahren gechillt. Mehr oder minder. Zumindest was den akademischen Tralala angeht. Siehe nächster Punkt.
… Neuer Ort 2015: Kapstadt. Ich möchte dort für 3-4 Monate während meines akademischen Timeouts leben und vor Ort sowohl mit bedürftigen Kindern arbeiten, als auch meine Fotografie ausbauen. Dies ist ein lange gehegter Wunsch, der nun in Erfüllung gehen soll. Mehr dazu auch hier, sobald es konkret wird. Das bringt mich auch zum nächsten To-Do-Listenpunkt:
… Mehr fotografieren. Menschen, random Stuff, alles. Mich viel mehr künstlerischen Dingen widmen, um nicht im Alltag einzugehen wie eine Primel.
… Mehr mit kreativen, durchgeknallten Menschen abhängen, die das Herz am rechten Fleck haben und mit positiven Energien um die Ecke kommen. Die sich mit Schaffungsdrang mit mir in wechselwirkender Symbiose mit neuen Ideen anstecken. An solchen Menschen kann man wachsen, da sie dir ans Herz wachsen – ergo, wenn man die Metapher etwas weiter spinnt, dein Herz erweitern.
 
Soweit so gut. 2015, komm ruhig wenn du dich traust.
 
Und ihr, habt mal ein paar nette Weihnachtstage, fresst euch ins Delirium und fallt betrunken in den Tannenbaum, feiert Silvester oder verpennt es einfach. Wie ihr es auch macht, machts gut – ich hoffe, ihr bleibt mir auch im nächsten Jahr treu.
 
Eure Miri

Sonntag, 2. November 2014

Sunday thoughts...

I believe that the most beautiful human beings are those whose inner universes are made of fascinating chaos that directly drags you into their orbits and make you stay deliberately. This fascination is like an invisible bound, force or strong energy - because where there is chaos, there is so much to discover. And where there is so much to discover, the intrinsic need to do so is created in you. This is what makes you stay in their orbits, unless you are ignorant and/or incurious for what you may find.
source: Pinterest
 

Samstag, 4. Oktober 2014

Freiheit

Ich schaue auf die sauber gebundenen Schleifen meiner schwarzen Vans. Befinde mich am Flughafen, irgendwo, nur nicht zu Hause. All die Menschen, die an mir vorbeiziehen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, haben eins gemeinsam: sie sind auf dem Weg. Irgendwo hin. Ob nach Hause, auf Reisen, auf Stippvisite bei Freunden und Verwandten oder ins Ungewisse, Neue. Manche von ihnen versuchen vielleicht etwas zu entfliehen: dem Alltag, einer Person, ihrem alten ungeliebten Leben. Viele jedoch fliehen vergeblich vor sich selbst.
Wir alle sind ständig auf dem Weg irgendwo hin, ob bewusst oder unbewusst. Das Leben ist schließlich ein stetiger Weg.
 
Während ich dort sitze, am Boden, kauernd, mein Handy am Ladekabel, die Beine umhüllt von einer bequemen wenn auch wenig schönen Jogginghose, die Ärmel meiner Levis Vintage Männer-Jeansjacke hochgekrempelt. In der Jackentasche befindet sich ein belgischer Franc, den ich neulich darin gefunden habe, der darauf schließen lässt, dass die Jacke tatsächlich ein älteres Schätzchen ist – deswegen beschloss ich, ihn einfach dort zu lassen. Ich mag die Jacke wegen ihrer Farbe und der Tatsache, dass sie bereits eine Geschichte besitzt. Genau wie all die Menschen, die an mir vorbeiziehen.

Während ich Musik höre, hebe ich meinen Blick und beobachte die Menschen um mich herum.
Familien, die gestresst an mir vorbeihechten, um die quengelnden Kinder zu besänftigen.
Verschiedenste Menschen, einige von ihnen merkwürdige Gestalten, aber auch sie haben alle etwas Interessantes, Unbekanntes, eine Geschichte, die von ihren Gesichtern und Kleidung erzählt wird.
Ich beobachte eine Reisegruppe von Menschen mit Behinderungen, denen die Aufregung und Freude über den bevorstehenden Flug deutlicher anzusehen ist, als allen anderen.
Junge Paare, die sich nach dem Sicherheits-Check-In liebevoll ansehen, küssen, umarmen, und schließlich Hand in Hand oder umschlungen weitergehen.  
Ältere Paare, die mir die schöne Illusion aufrecht erhalten, dass es „die wahre Liebe“ tatsächlich gibt. Man sieht ihnen ja nicht gleich an, dass sie sich nichts mehr zu sagen haben oder einer den anderen nicht mehr so ganz ausstehen mag. Was zählt ist, dass sie zusammenhalten. Vermutlich haben sie sich jetzt, da sie in Rente sind, endlich gegönnt, wofür sie ihr Leben lang gearbeitet haben. Ein Leben lang haben sie verzichtet für Familie, Arbeit, anfallende Kosten und was weiß ich, um sich nun endlich etwas in ihrer neu gewonnenen Freiheit zu gönnen.
Einige von ihnen wirken erholt, andere irgendwie bedrückt, weil sie wieder zurückkehren müssen. Zurück in die tägliche Routine. Ob sie diese wohl glücklich macht? Muss man wirklich ein Leben lang verzichten, um sich „endlich was zu gönnen“?

Ich gebe mir selbst die Antwort und sie lautet „NEIN“. Die Freiheit, sich etwas zu gönnen, die Freiheit, zu tun, was man möchte, weder fremdbestimmt noch mit Restriktionen, haben wir alle. Viele haben jedoch Angst vor genau dieser Form der Freiheit, weil sie mit vielen unkontrollierbaren und ungewissen Faktoren versehen ist. Aber ist es nicht genau das, was unsere Freiheit so wundervoll macht? Sie wäre noch nicht einmal halb so wunderbar, wenn wir wüssten, was sie für uns bereithält. Dennoch haben so viele Menschen Angst davor. Sie begnügen sich mit ihrer täglichen Routine, die ihnen weder Abwechslung noch Erfüllung, dafür jedoch Berechenbarkeit und Absehbarkeit bringt. Weil es so bequem ist. Am Ende kommt ja eh die Zeit, in der man sich dann endlich was gönnen kann. Und was ist, wenn nicht? Vertane Chancen kommen nicht zurück. Niemand sollte eine Chance auf Glück verstreichen lassen - und doch tun es so viele, immer wieder, in den verschiedensten Situationen. Warum? Weil sie Angst haben. Unnötige Angst, vor dem, was das Leben für sie bereit gehalten hätte. 

"I'd rather live a life full of 'oh well's than a life full of 'what if's."

Ich finde Gefallen an meinen Beobachtungen, all den Geschichten die an mir vorbei ziehen, und lächle, weil ich dort sitze, alleine, und glücklich bin. Ja, ich sitze dort am Boden, alleine, und lächle weil ich glücklich bin in diesem Moment. Glücklich und frei. Alleine aber nicht einsam, meine Gedanken, ein Kopf voll Inspiration, Erinnerungen an das Gefühl des Sandes unter meinen Füßen begleiten mich. 
Gleich werde ich in meinen Flieger steigen, dem Symbol der Freiheit, weil er  uns die Freiheit gibt, Orte zu verlassen und neue Orte zu entdecken. Jedoch ist es nicht der Flieger selbst, sondern meine eigene Einstellung als Passagier, der dieses Symbol mit dem Sinn hinter der Freiheit füllt. Meiner eigenen.

Egal was diese Menschen an ihrem Ziel erwartet, sie gehen an mir vorbei und nehmen das sanfte Lächeln der so pennerhaft da sitzenden jungen Frau mit ihrer zu großen Männerjeansjacke mehr oder weniger bewusst wahr. Ich möchte ihnen ein bisschen von meinem Gefühl des Glücks mitgeben auf ihre Reise. Wer weiß, vielleicht begleitet sie dieses Lächeln zu ihrem Ziel. Und wer weiß, wozu es gut war, dass es gesehen wurde.